Forschungsschwerpunkte (Intro: Metabolic Database)

Während der Tumorentstehung kommt es bei verschiedenen Tierarten und beim Menschen zu charakteristischen Veränderungen von Enzymen und Isoenzymen der Glycolyse und Glutaminolyse. Diese Veränderungen können sowohl im Gewebe als auch im Blutserum als auch in der Zellkultur nachgewiesen werden. Die Bestimmung der Enzymaktivitäten erfolgt mit Hilfe von optischen Tests, der Nachweis der Isoenzyme mit Hilfe von monoklonalen Antikörpern. Mit diesen Methoden ist der Nachweis von Tumorvorstufen und von Tumoren möglich. Für den Nachweis eines der Glycolyse-Isoenzyme, die dimere Form der Pyruvatkinase Typ M2 wurde von uns ein ELISA aufgebaut, der sich zum Nachweis einer Vielzahl von Tumorerkrankungen beim Menschen eignet (Lunge, Niere, Prostata, Darm etc.). Dieser Test wird zur Zeit in mehreren Universitätskliniken evaluiert (Berlin, Frankfurt, Tübingen und Wien).
Gleichzeitig wird von uns untersucht, welche Funktionen die Veränderungen der Enzyme und Isoenzyme der Glycolyse und Glutaminolyse für die Zellproliferation und die Tumorentstehung haben, und ob es Substanzen gibt, die diese Enzyme beeinflussen und damit entweder die Zellproliferation hemmen oder die Tumorzellen in den Zelltod treiben (Apoptose). Es ist seit über sechzig Jahren bekannt, daß proliferierende Zellen in Anwesenheit von Sauerstoff Lactat abgeben (aerobe Glycolyse), während differenzierte Gewebe, wie Muskel und Gehirn, Lactat nur in Abwesenheit von Sauerstoff produzieren (anaerobe Glycolyse). Wir konnten zeigen, daß die von uns gefundenen Enzymveränderungen die Ursache der aeroben Glycolyse sind, und daß die Hauptfunktion der aeroben Glycolyse die Expansion von Phosphometaboliten ist. Die Phosphometabolite werden für die Synthese von Nukleinsäuren und komplexen Kohlehydraten benötigt. Dabei entstehen Synthese-Zwischenprodukte, die die Zellteilung stimulieren, wie zum Beispiel NADH, Serin und Sphinganin, oder die im Falle eines Energiemangels die Zellproliferation hemmen, wie zum Beispiel AMP. Die Zellteilung führt zu einem 4-5 fachen Anstieg des Energiebedarfs. Durch den oben beschriebenen Regelmechanismus wird verhindert, daß die Zellproliferation bei Nährstoffmangel zum Zelltod führt.
In der Arbeitsgruppe laufen zur Zeit die folgenden Forschungsprojekte und Kooperationen:

 

2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
1997
1996
1994
1993
1992

Neuere Veröffentlichungen

2004

2003


2002


2001

2000


1999

1998


1997


1996


1994


1993


1992

Zurück zur  Übersicht

 Letzte Änderung am 07.10.2004/ks

biochem@vetmed.uni-giessen.de