Institut für Virologie, Justus-Liebig-Universität Gießen


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Befundinterpretation

Bei konkreten Fragen zur Befundinterpretation von Untersuchungen, die in unserem Labor durchgeführt wurden, können Sie sich telefonisch an unsere wissenschaftlichen Mitarbeiter wenden, sie helfen Ihnen gerne weiter. Hier finden Sie einige allgemeine Hinweise zur Beachtung bei der Befundinterpretation.

"negative" Befunde

Ein "negativer" Befund schließt das Vorliegen einer Virusinfektion i. d. R. nicht sicher aus.

Ursachen falsch negativer Befunde:

  • Probenauswahl (ungeeignete Proben, falscher Entnahmezeitpunkt,...)
  • Probennahme (unsterile Proben, falsches Medium,...)
  • Probenversand (überlange Transportzeiten,...)
  • Grenzen der labordiagnostischen Verfahren (Sensitivität,...)

"positive " Befunde

Die ätiologische Bedeutung steht stets im Zusammenhang mit Vorbericht und Klinik.

Ursachen falsch positiver Befunde:

  • subklinische Infektionen,
  • ubiquitäre Erreger,
  • Ak-Titer durch Impfung oder maternale Ak

Wichtige Punkte zur Interpretation serologischer Befunde:

  • Gepaarte Serumproben (Abstand zwischen den Probenentnahmen 2-4 Wochen) zeigen auf, ob es sich bei einem positiven Ak-Nachweis um einen steigenden, fallenden oder gleich bleibenden Titer handelt. Dies ist bei der Unterscheidung von akuten und chronischen Infektionen hilfreich.
  • Keine Unterscheidung Impfantikörper/Infektionsantikörper: Bei den meisten serologischen Nachweismethoden lässt sich bei der Bestimmung der Antikörper nicht feststellen, ob diese durch eine Infektion oder durch eine Impfung induziert wurden. Daher ist die Kenntnis über den Impfstatus des Tieres vor der Einsendung einer Probe im Falle eines Infektionsverdachtes notwendig.
  • Positiver Ak-Nachweis = Schutz vor Erkrankung? Bei vielen Ak-Bestimmungen ist kein "Grenzwert" bekannt, der im serologischen Test erreicht werden muss, um einen Schutz vor der Erkrankung zu garantieren. Hierzu fehlen Erfahrungen, die nur über Tierversuche ("Challenge-Tests") erreicht werden können. Bei der Interpretation des Ergebnisses kann daher nur die Aussage getätigt werden, ob es sich hierbei um einen vergleichsweise hohen oder niedrigen Ak-Titer handelt. Für einige Erkrankungen, wie z.B. die Tollwut und die Parvovirose liegen sog. Grenzwerte für Ak-Titer vor, die einen Schutz vor der Krankheit versprechen.

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