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Die Tollwut wird durch ein neurotropes Virus aus dem Genus Lyssavirus der Familie Rhabdoviridae hervorgerufen. Empfänglich für die Erkrankung mit meist tödlichem Ausgang sind alle Warmblüter einschließlich des Menschen (Zoonose). Die Tollwut ist weltweit verbreitet; tollwutfrei sind u.a. Australien, Neuseeland, das Vereinigte Königreich, Schweden und Norwegen. Deutschland gilt seit dem 28. September 2008 als Tollwut-frei
Die Inkubationszeit der Tollwut liegt meist zwischen 2 Wochen und 3 Monaten, kann in seltenen Fällen aber mehrere Jahre betragen. Das klinische Bild ist variabel; bei der sog. "rasenden Wut" stehen Verhaltensänderungen (Ruhelosigkeit, Aggressivität, Beißsucht) im Vordergrund. Häufig bestehen Schluckbeschwerden und eine exzessive Salivation (Speichelfluss). Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zur Paralyse mit ähnlichen klinischen Symptomen wie sie bei der sog. "stillen Wut" beobachtet werden (Lähmung der Gesichts-, Rumpf- und Gliedmaßenmuskulatur). Der Tod tritt durch Atemlähmung 2 bis 7 Tage nach Ausbruch der Erkrankung ein. Beim Verdacht auf das Vorliegen von Tollwut muss umgehend der zuständige Amtstierarzt informiert werden (Anzeigepflicht).
Die Übertragung des Virus erfolgt über Biss- oder Kratzverletzungen sowie durch Kontakt offener Wunden mit virushaltigen Flüssigkeiten (z.B. Speichel). Nach dem Eintritt in periphere Nervenendungen erfolgt der zentripetale Transport des Virus zum ZNS. Neutralisierende Antikörper treten erst kurz vor der klinischen Manifestation der Erkrankung im Serum auf.
Eine sichere Diagnose der Infektion lässt sich nur post mortem z.B. durch direkte Immunfluoreszenz an Abstrichen von Gehirnmaterial (Medulla, Cerebellum, Hypocampus) und/oder Anzucht des Erregers stellen. Intra vitam kann eine Diagnosestellung mittels Immunfluoreszenznachweis oder PCR an Hautbiopsien, Cornealabstrichen oder Speichelproben versucht werden, wobei nur ein positives Ergebnis diagnostisch verwertbar ist.
