Institut für Virologie, Justus-Liebig-Universität Gießen


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Serumneutralisationstest (SNT)

Die Neutralisation von Viren kann zum Nachweis und zur Quantifizierung neutralisierender Antikörper aus Seren ausgenutzt werden. Meist werden dafür Virusstämme eingesetzt, die einen zytopathischen Effekt hervorrufen, so dass der Test direkt mikroskopisch ablesbar ist. Werden nicht zytopathische Virusstämme verwendet (z.B. Border Disease Virus), muss zum Beispiel im Anschluss eine Immunfluoreszenz zur Auswertung durchgeführt werden.
Für den Serumneutralisationstest wird eine Serumverdünnungsreihe hergestellt und mit einer definierten Virusdosis für eine bestimmte Zeit inkubiert. Nach Zugabe eines Indikatorsystems (z. B. Zellkultur) folgt eine Inkubationszeit von ca. 2-5 Tagen (je nach Virus bis zu 8 Tagen). Mit Hilfe statistischer Verfahren kann der Titer an neutralisierenden Antikörpern errechnet werden. Eine Aussage über den Verlauf einer Infektion kann nur mittels gepaarter Serumproben getroffen werden, wofür im Idealfall beide Titer im gleichen Test bestimmt werden sollten. Eine Unterscheidung zwischen Impftiter und Infektionstiter kann mit diesem Test (auch bei Markerimpfstoffen) nicht durchgeführt werden. Angaben, ob die Titerhöhe vor einer Erkrankung schützt, können in der Regel nicht gemacht werden.

Vorteile: hohe Spezifität und Sensitivität

Nachteile: Zeit-, Personal- und Materialaufwand, schlechte Standardisierbarkeit zwischen verschiedenen Labors aufgrund unterschiedlicher Testsysteme (Virusstamm, Zellsystem)


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